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HD-DVD contra Blue-ray

 Es scheint etwas Bewegung in die Welt von HD-DVD und Blue-ray zu kommen. Während Sony der absoluten Überzeugung ist, dass ihr Blue-ray zum Standart erhoben wird, gibt es stimmen aus anderen Lagern, vorab Toshiba, die anderer Meinung sind. Toshiba ist der Meinung, dass es bei den Videodatenträgern keine Revolution, sondern eine Evolution braucht. Als umsichtige Weiterentwicklung der DVD, des erfolgreichsten Datenträgers aller Zeiten, soll sich nach Meinung der Macher die HD-DVD letztlich durchsetzen. HD-DVD ist einfacher, zuverlässiger und billiger als Blue-ray Disc, welche ein völlig neu entwickeltes System ist. Alle HD-DVD-Geräte sind vollständig rückwärts kompatibel, d.h. jeder HD-DVD-Spieler ist auch ein hervorragender DVD-Spieler. Das trifft auf Blu-ray nicht ohne Weiteres zu.

 

Da es gerade bei Blue-ray zu Verzögerungen gekommen ist, haben vor allem wegen der Einfachheit und Zuverlässigkeit des Systems Verlagerungen zu Gunsten von HD-DVD stattgefunden. Bei HD-DVD wurden alle Vorankündungen gut eingehalten. Das scheint sich auch in der Computerbranche herumzusprechen – voraussichtlich werden mehrer Firmen aus diesem Bereich künftig als reine HD-DVD-Anbieter auftreten. Ebenfalls scheinen Firmen aus der Unterhaltungsindustrie neu zum HD-DVD-Standard zu stossen. Die Computerindustrie ist die wichtigste treibende Kraft bei HD-DVD. Etwa 60% der Computerhardware-Anbieter bringen die ersten HD-DVD Produkte auf den Markt. Neben Toshiba sind dies die Firmen Hewlett & Packard, Acer und Microsoft. Dass es bei der Unterhaltungselektronik noch zu Verzögerungen kommt liegt daran, dass der HD-DVD-Standard seinen letzten Schliff bekommt.

 

An Weihnachten sollten die ersten HD-DVD Geräte von Toshiba auf den Markt kommen. Dass dies nicht realisiert werden konnte lag an einem fehlerhaften Chip, der Probleme bei der Darstellung der verschiedenen Sprachen von europäischen HD-DVDSs verursachte.  Keines dieser Geräte gelangte jedoch in den Handel oder zum Konsumenten. Im Sommer 2007 sollten die ersten Notebooks mit HD-DVD Brenner auf den Markt kommen und Anfang Juli weitere Modelle für den PC.

 

Nebst den LCD und Plasma – Bildschirmen lanciert Toshiba das SED-System. Der Röhrenfernseher in flacher Form soll bezüglich Darstellungsqualität und Stromverbrauch einige Vorteile gegenüber LCD und Plasma haben. Die Firma hat bereits eine Fabrik hochgezogen, die ab 2007 die ersten Seriengeräte produziert. Ab 2008 werden wir hier in Europa beliefert und zwar mit grossen Diagonalen, von 40 Zoll an aufwärts.

  

35mm Kinofilm .....und tschüss

Das Zelluloid wird rarer. Unlängst wurden wenigsten offiziell die Formate Super 8 und 16mm zu Grabe getragen, obwohl man vor allem beim 16mm dies lange nicht wahrhaben wollte. Künstlich und für einen kleinen auserwählten Kreis hält man noch Filmmaterial zur Verfügung. Zu einem fast unerschwinglichen Preis. Nur mit Aufwand ist das Material zu bekommen und nur mit Aufwand ist es zu entwickeln. Trotzdem oder vielleicht aus diesem Grunde filmt man Zelluloid und hebt sich dadurch vom grossen elektronischen Haufen ab. Koste es was es wolle. Nun scheint aber auch Hollywood auf den Geschmack gekommen zu sein. Die moderne HD-Videotechnik hält Einzug. Statt mit klassischen Filmkameras und 35-mm Film werden die Filme vermehrt mit hoch auflösenden Digitalkameras gedreht. Etwa ab 2 Millionen Pixel lösen digitale Bildsensoren ähnlich gut auf wie das gute alte Zelluloid.  Einer der ersten, die digital drehten war 2002 George Lucas mit einer DHW-F900 Kamera von Sony. Es wurden Kinospielfilme wie Collateral mit Tom Cruise oder Miami Vice gedreht. Den neueste Streifen von Mel Gibson Apocalypto drehte dieser auf einer HD-Kamera von Panavison.

 

 

NZZ vom Freitag, 18. Juli 2003 . Nr. 164

Als die Zeilen
das Flimmern verlernten

Camcorder mit sequenzieller Abtastung

27 Jahre nach dem JVC das VHS-Videosystem erfunden hat, etabliert das Unternehmen jetzt einen neuen Videostandard, der die Bildqualität von Camcorder-Aufnahmen massiv verbessern soll. Dabei wird im 16.9-Breitbildformat digital auf der bekannten Mini-DV-Videokassette aufgezeichnet, allerdings in einem neu entwickelten Verfahren, das anstelle der bisher üblichen DV-Datenkompression MPEG-2-Verfahren nutzt. Neu und zukunftsweisend an dem Format ist auch, dass hier erstmals die «progressive» Bildaufzeichnung von 50 Vollbildern pro Sekunde eingesetzt wird. Diese ergibt gegenüber herkömmlicher Videoaufzeichnung eine Verdopplung der Informationsdichte, was sich in stark erhöhter Bildschärfe und dem Verschwinden des Zeilenflimmerns ausdrückt ein grosser Qualitätssprung, der in Richtung hochauflösenden „High- Definition Video" geht.

Das «625/50p» genannte Format kann in voller Qualität auf allen Bildschirmen wiedergegeben werden, die „progressive" Videosignale akzeptieren, auf herkömmlichen Fernsehgeräten ist die Wiedergabe in Standardqualität möglich. JVC wird im September den ersten Camcorder dieser neuen Qualitätsklasse in der Schweiz in den Handel bringen. Mit diesem mitgeliefert wird Software zum bildgenauen Editieren der Aufnahmen und zum Autoring von DVD, damit die volle Bildqualität des neuen Standards auch beim Überspielen auf DVD erhalten bleibt Da das Unternehmen' auch «progressive»- taugliche DVD-Player, DVD-Recorder, LCD- und Plasmabildschirme sowie Fernsehgeräte und Videoprojektoren herstellt, ist JVC nun die erste Marke, die die komplett^ Videokette von der Kamera bis zum Bildschirm durchgehend in «progressive»- Technik anbieten kann.

Die breite Einführung der «progressive»- Technik (die deutsche Fachbezeichnung «sequenzielle Abtastung» wird kaum gebraucht) ist insofern von Bedeutung, als von jeher alle Fernsehsysteme und Videorecorder weltweit mit «interlaced»- Technik arbeiten (auf Deutsch: «Zeilensprung-Verfahren»), So werden in Europa pro Sekunde 25 Bilder à 625 Zeilen gesendet bzw. aufgezeichnet, allerdings - aus Gründen der Übertragungsbandbreite - nicht als komplette Einzelbilder (wie beim Film), sondern gestückelt in 50 Halbbilder. Zuerst werden die Zeilen l, 3, 5 und so weiter übertragen, danach — V» Sekunde später — die Zeilen 2, 4, 6 usw.

JVC vermarktet ab September einen

Camcorder mit " progressive" Scan-Aufzeichnung

(Bild pd)

 

Diese Zeitversezug führt unausweichlich zu unerwünschten Artefakten wie Bewegungsunschärfe und Zeilenflimmern. Manche DVD-Player sind heute schon in der Lage, Kinofilme per «de-interlacing» im «progressive»- Modus wiederzugeben, da diese ja ursprünglich aus Vollbildern bestehen. Das jetzt von JVC eingeführte Verfahren ermöglicht es jedoch erstmals, selber auch Videoaufnahmen im «progressive»- Modus herzustellen und von dessen Qualitätssteigerung zu profitieren, die besonders deutlich auf grossen Bildschirmen und bei Projektion zu erkennen ist.

Albrecht Gasteiner