N a c h l e s e


 

Clubberichte:

 

 

Die Mitgliedschaft des Amateurfilm- und Videoclub Zürich im Schweizer Filmverband swiss.movie bringt für deren Mitglieder und Vorstand auch die Verpflichtung, jeweils an der Delegiertenversammlung (GV) teilzunehmen.

Diese Delegiertenversammlung fand bis anhin jeweils im April statt. Aus der ganzen Schweiz trafen sich die Präsidenten der einzelnen Clubs im Hotel Arte in Olten. Vom nächsten Jahr an soll die DV jeweils Ende Januar stattfinden, dies deshalb, weil bis im Frühling schon viele Angaben und Beschlüsse überholt sind. Walter Durrer und meine Wenigkeit haben der Einladung von swiss.movie Folge geleistet und sind an den Tagungsort gereist. Ernst Wicki, scheidender Zentralpräsident, eröffnete die 75. Delegiertenversammlung der swiss.movie, ehemals BSFA (Bund Schweizerischer FilmAmateure). Da die Versammlung zweisprachig geführt wurde, stand der Leiter der Region 1, Fred Graber, als Übersetzer zur Verfügung. Eine nicht leichte Aufgabe, die einiges an Konzentration abverlangt. Das liebe Geld macht auch der swissmovie Sorgen. Infolge Mitgliederrückgangs verbuchte die abgeschlossene Rechnung einen kleinen dreistelligen Verlust. Dennoch wurde die Abrechnung durch Revisoren und Teilnehmer abgesegnet. Das laufende Budget soll durch Einsparungen die leicht defizitäre Kasse wieder auf Kurs bringen. Die Wahlen gingen kurz und bündig über die Bühne. Zentralpräsident Ernst Wicki trat zum zweiten Mal zurück ins hinter Glied. Seine Arbeit wurde mit einer kleinen Laudatio verdankt. Ebenfalls verdankt wurde die Arbeit des Kassiers Konrad Schmid, der aus dem Vorstand der swiss.movie austrat. Ein Kassier wurde nicht gewählt, da die Kasse zukünftig im Zentralsekretariat integriert ist. Der gesamte Vorstand wurde wieder gewählt, wird sich allerdings für die nahe Zukunft in veränderter Form konstellieren. Immer wieder werden Veränderungen angestrebt. Nicht unbedingt zum Besten der Organisation und früher oder später kehrt man zurück zum Alten. So auch mit den Regionalwettbewerben. Diese werden in Zukunft zwischen März und April abgehalten. Eine 4-köpfige Jury, zusam-men gestellt aus der Region die den Wettbewerb jeweils durchführt, werden die Filme begutachten. Die maximale Laufzeit von 25 Minuten bleibt bestehen. Die Region, welche den Wettbewerb organisiert erhält jeweils ein Zeitkontingent von 420 Minuten inkl. 3 Minuten Pause pro Film. Die Jury entscheidet bei Überlänge, welche Filme nicht gezeigt werden. Ebenfalls in den Entscheidungsbereich dieser neuen(alten) Jury fällt die Wahl der Filme, die zukünftig an das neue „festi-val swiss.movie" delegiert werden. An diesem neuen Festival erhalten die teilnehmenden Autoren ab nächstem Jahr Gold - Silber und Bronzemedaillen, jedoch keine Diplome. Es werden also bei zukünftigen Regionalwettbewerben jeweils 4 Jury’s à vier Juroren aus den eigenen Reihen die Filme bewerten. Michel Juillerat, Delegierter für die Jury, wird diese Jury’s jeweils als Koordinator begleiten. Dass man die einst angestrebte Vereinheitlichung der Jurierung aller Regionen negiert, hält man dem Sparwillen des ZV zu Gute. Kritische Stimmen äussern sich dennoch. Die Gefahr zu unterschiedlicher Bewertung sei sehr gross. Sollte es nicht funktionieren, kann man das Rad ja wieder neu erfinden und zu neualt, oder altneu Strukturen zurückkehren. Was der Mangel an Juroren betrifft, so ist dieser nach dem 24. Oktober behoben. Dann findet nämlich ein Jurorenkurs der swiss.movie in Meggen (LU) statt. Es ist zu hoffen, dass die Organisatoren den Ansturm bewältigen können. Die Delegierten der DV 09 nahmen die Vorschläge des ZV zur Neuorganisation der Regionalwettbewerbe ab 2010 an. Für mich als unbedarftes und in Sachen Schweizerischer Amateurfilmpolitik keusches AFZ-Mitglied, bot sich in der Präsentation des nachfolgenden Themas zu Änderungen im nationalen Festival 2009 eine potentielle Überraschung.

Das Schweizerische Film- & Videofestival in Spiez & Thun gibt es in der ursprünglichen Form nicht mehr. Der swiss.movie Teil wird unabhängig.

So steht es lapidar auf der neuen Website www.festivalswissmovie.ch von swiss.movie. An der DV 09 in Olten wird das neue Festival, als festival swiss.movie in Spiez durch den ZV detailliert vorgestellt. Ab sofort findet dieses Festival nicht mehr über Auffahrt, sondern das Pfingstwochenende statt. Dieses Jahr ist die letzte Verleihung der 7 Drachen durch eine 6-köpfige Jury vorgesehen. Ab 2010 werden wie schon vorgängig erwähnt, Medaillen in den drei bekannten Kategorien verliehen. Alles was bis anhin im Festival eingebunden war, (Autorenwerkschau, offene Leinwand usw.) fällt dahin. Das Festival dient ausschliesslich den besten Autoren aus den Regionen als höchste Schweizer Plattform, ausgewählt jeweils durch die regionale Jury unter der Aufsicht des Delegierten für die Jury Michel Juillerat. Die SIFA erhält eine ernstzunehmende Konkurrenzveranstaltung. Nun wäre diese überraschend in die Wege geleitete Neuerung eigentlich positiv zu begrüssen. Dieser Schritt zu einem weiteren attraktiven Wettbewerb, der zudem noch mit Medaillen belohnt wird, war längsten überfällig. Der Wermutstropfen liegt im Detail, wahrgenommen hinter den Kulissen einer Delegiertenversammlung und nur zwischen den Zeilen mit Gespür hörbar. Denn ob den zahlreichen Veränderungen fragten sich die teilnehmenden Gäste: Wo ist denn der seid 19 Jahren agierende Festivalorganisator Werner Stalder in der neuen Struktur untergebracht? Etwas ketzerisch ausgedrückt bleibt er, mit einer Ehrenurkunde und zum „Ehren(ritter)mit-glied der swiss.movie gewählt, auf der Strecke. So erfährt der Delegierte bei der Dankesrede Stalders, dass noch während den Vorbereitungen zum Schweizerischen Film- und Video Festival Spiez & Thun 2009 in einer kleinen Küche im Kanton Zürich ein separates Festivalsüppchen geköchelt wurde. Ohne Wissen des bereits in den Vorbereitungen steckenden Festivalorganisators. Wie muss er sich da wohl gefühlt haben, als er erfahren hat, dass man ihm ohne Einbindung in den Veränderungsprozess, ein Standbein abgesägt hat. Ich muss gestehen, ich war nicht sehr oft an den Festivals in Spiez & Thun. In erster Linie als SIFA-Präsident und eingeladen von Werner Stalder. Ich habe ihn als liebenswürdigen und offenen Menschen kennen gelernt, der sich mit Vehemenz für seine Sache einsetzt und ihn auch gesundheitliche Probleme nicht davon abhalten konnten. Er und sein Stab haben in den vergangenen Jahren immer für einen reibungslosen Ablauf des Festivals gesorgt. Auch die Finanzierung war dank Werni gesichert. Es ist zu hoffen, dass dies auch in Zukunft für das festival swiss.movie der Fall sein wird. Werner Stalder wird nicht in der Versenkung verschwinden, das hätte ihm wohl auch niemand zugetraut. Er wagt sich an die Organisation des neu geschaffenen „Filmfestival Thunersee". Ich vermittle dem Leser ein paar Auszüge aus der Zeitung „Der Bund" unter der Überschrift: Filmfestival wird professioneller und teurer ..... Thun/Spiez Aus dem Schweizerischen Film- und Videofestival Spiez und Thun soll nach 19 Ausgaben ein echtes Festival werden.......... Weil das Festival rundum professioneller werden möchte, ändert sich auch sonst einiges:......... Ferner trennt sich das Festival von Swiss Movie, der Dachorganisation der Schweizerischen Film- und Video-Autoren-clubs, in dessen Auftrag es seit 1990 organisiert wurde. «Es gab keine Querelen, aber wir sind kontinuierlich grösser und professioneller geworden», sagt Ueli Bichsel. Deshalb passe das Festival nicht mehr zu Swiss Movie. Der Dachverband wünsche, dass sich seine Mitglieder wieder vermehrt dem eigentlichen Amateurfilm widmeten und führe deshalb an Pfingsten im Kino Movie World in Spiez ein eigenes kleines Festival durch. (Also wer trennt sich jetzt von wem?) Und zum Abschluss noch ein Auszug aus der „Berner Zeitung"......... Das Film- und Videofestival in Thun und Spiez heisst neu Filmfestival Thunersee und findet heuer bei seiner 20. Auflage erstmals im September statt. Der ursprüngliche Ansatz, ein Festival von Amateurfilmern für Amateurfilmer zu machen, wird über Bord geworfen. Das haben gestern der Festivalgründer und künstlerische Leiter Werner Stalder und der operative Leiter Ueli Bichsel bekannt gegeben. «Nachdem der Anlass in den letzten Jahren gewachsen ist, haben sich die Amateurfilmer insbesondere letztes Jahr verdrängt gefühlt», sagte Werner Stalder. Deshalb wird heuer am Pfingstwochenende Ende Mai der Swiss Movie Award, der Schweizer Amateurfilmpreis, noch einmal in Spiez verliehen; Stalder wirkt als Berater im OK mit. «Der Dachverband der Amateurfilmer überlegt sich, den Preis künftig wieder jährlich an einem anderen Ort zu verleihen», so Stalder. Entscheiden wird die Delegiertenversammlung im April.

Entscheiden musste sie nicht. Scheinbar haben sich die Wogen hinter den Kulissen geglättet; die Veranstaltung festival swiss.movie findet auch zukünftig in Spiez statt.

Und zum „Filmfestival Thunersee" meint die Berner Zeitung: Während die Amateurfilmer den Weg zurück zu ihren Wurzeln gehen, wollen die Macher des Filmfestivals Thunersee zu neuen Ufern aufbrechen. Unter dem Motto «Neue Wellen am Thunersee» findet das Festival vom 16. bis 19. September in Thun und Spiez statt.

So nun wissen wir es, endlich sind wir wieder unter uns.

Bevor die Delegierten zum Mittagessen entlassen wurden, referierte Max Hänsli über Organisationsprobleme der diesjährigen UNICA und die finanziellen Aspekte dieser Veranstaltung 2010 in Einsiedeln. Der Anlass ist sicher mehr als empfehlenswert und eine Gelegenheit für uns Amateure an diesem Festival teilzunehmen. Einsiedeln ist auch eine angenehme Kulisse. Die Spenden halten sich nach den Aussagen des UNICA-Präsidenten in bescheidenem Rahmen. Es konnten bis dato ca. Fr. 7'000.-- eingebracht werden. Die GV des AFZ hatte beschlossen von einer Spende abzusehen. Sie ist der Initiative der einzelnen Mitglieder überlassen. Dieser Entscheid, das sei bei dieser Gelegenheit erwähnt, ist in erster Linie auf die Wortwahl des „Bettelbriefes" zurück zu führen. Ebenfalls wenig Transparent ist die Angabe über das Budget des Anlasses von Fr. 162'000.--. Die UNICA organisiert einen solchen Anlass nicht das erste Mal und so hätte man als Spender gerne gewusst, zu welchem Zwecke das Geld benötigt wird.

 

 

 

 

70. Geburtstag des AFZ     
Jubiläumsschlussabend



Der Vorstand hat sich einige Mühe gegeben, zum 70. Geburtstag des AFZ einen würdevollen Jahresschlussabend

zu kredenzen. Dass so ein Anlass nebst einer entsprechenden Organisation auch die nötigen Geldmittel benötigt, war allen bewusst. Etwas Bauchschmerzen machte die finanzielle Seite des Schlussabends schon. Zudem stand völlig offen, ob der Anlass von den Mitgliedern entsprechend beachtet würde. Das Resultat zeigte dann, dass wir uns völlig umsonst Sorgen gemacht hatten. Mehr als 100 Personen hatten sich angemeldet. Spontan erklärte sich die VZFA bereit, an unserem Feste teilzunehmen. In verdankenswerter Weise beteiligte sie sich am Apéro. Beizeiten öffneten sich die Türen zum Saal, wo die von einem Doppelmitglied gesponserte Willi Scher-Band aufspielte. Überhaupt war es ein grosses Verdienst dieser Band, dass es ein gelungener Abend wurde. Dem Sponsor sei herzlich gedankt. Er hat mit dieser grosszügigen Geste zu einem unvergesslichen Abend für beide Clubs beigetragen.

Die Gäste trudelten ein, nahmen sich ein Gläschen im Foyer und begrüssten sich gegenseitig. Eine grosse Familie war da anwesend. Jeder kannte praktisch jeden. Eine angenehme und freundschaftliche Atmosphäre herrschte vor. Pünktlich eröffnete Charly Schmid den Abend mit einem kurzen Rückblick auf die Geschichte des AFZ. Nicht jedermann im Saal wusste über das Jubiläum Bescheid, weshalb er den Werdegang des Vereines kurz unter die Lupe nahm. Dann begrüsste er den Präsidenten der VZFA Max Hänsli, den Präsidenten der ZFO Alfred
 

Leumann und deren Ehrenpräsidenten Arthur Stocker, sowie den Präsidenten des Film- und Videoclubs Baden-Wettingen, Walter Hugentobler. Die Zürcher Oberländer Amateure überreichten dem AFZ ein kleines Präsent, war er doch bei der Gründung des Vereins Pate gestanden. VZFA - Clubpräsident Max Hänsli begrüsste die zahlreichen Anwesenden ebenfalls und gratulierte dem AFZ zu seinem Geburtstag. Aus Persien brachte er ein äusserst wertvolles Präsent mit. Einen kleinen aus Millionen von Knöpfen, bestehenden gewobenen Perserteppich aus Seide. Dieses ausserordentliche Geschenk überreichte er mit der Bitte, es als Sonderpreis für einen hervorragenden Dokumentarfilm zu verwenden. Max Hänsli wurden seine Worte, wie auch das originelle Präsent herzlich verdankt. Das knurren der Mägen übertönte die Musik noch nicht, trotzdem wurde das Essen aufgetragen. Willi Scher und seine Mannen spielten in Zweierformationen zur Mahlzeit auf. Originell und dezent, das musste man ihm lassen. Die Zuhörer und Teilnehmer dankten es den Aufspielenden

spielenden mit Applaus. Nach dem Hauptgang erfolgte die Rangverkündigung. Sie wurde von Charly Schmid recht zügig über die Bühne gebracht. Nichts ist langweiliger für Unbeteiligte, wie endlose Zahlen und nichts sagende Bewertungen. Alle Teilnehmer konnten nicht zufrieden gestellt werden. Doch dieses Schicksal teilen auch höhere Institutionen, sei es beim Regionalen Festival, bei der SIFA oder gar beim Eurofilmfestival. Überwiegend zeigte sich die Autorenschaft zufrieden. Das Niveau war hoch gewesen und die Teilnahme am Wettbewerb zahlreich. Es war ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des AFZ.

Nach der Rangverkündigung des AFZ brachte die VZFA unter der Regie von Hermann Lott die ihrige über die Bühne. Punkt 2130 Uhr konnte die Band wieder aufspielen. Dazu hatte sich inzwischen eine Sängerin gesellt, die die anwesenden Gäste begeistern konnte. Das Dessert war schnell verschlungen und dann konnte sich die ganze Gesellschaft auf der Tanzbühne vergnügen. Zuerst noch etwas zaghaft, drängten sich dann immer mehr
 

Personen auf das Parkett. So mancher entpuppte sich zum ausgezeichneten Tänzer und ließ seine Kollegen und Freunde staunend am Tisch zurück. Viel zu schnell ging dieser schöne Abend vorbei. Die Musik spielte zum letzten Tanz auf, man verabschiedete sich gegenseitig, war überzeugt, einen schönen Abend verbracht zu haben und konnte so zufrieden nach Hause fahren.

 

  

     

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