Vorstand Vereinsziele

Ü b e r    u n s


 

Aus dem Gründungsprotokoll geht hervor, dass sich am 8. März 1934 im Restaurant Hegibach 15 Interessenten versammelt hatten. Es wurden Filme gezeigt. Anschliessend fand die Gründungsversammlung statt. Auf dem Unterschriftenbogen haben sich folgende 8 Herren eingetragen:

Edy Altenburger Fritz Lüthy

C. Bodmer Willy Meyer

Max Funk H.W. Meyer

A. Kolb H.E.Wildermuth

Nach längerer Diskussion einigte man sich auf den Vereinsnamen „KLEINFILMCLUB ZÜRICH". Zum Präsidenten wurde Hans E. Wildermuth gewählt, zum Aktuar Max Funk und zum Kassier Edy Altenburger. Den Jahresbeitrag setzte man auf Fr. 5.-- fest. In der Folge traf man sich einmal im Monat. Schon zu Beginn der Tätigkeit wurde ein Wettbewerb mit dem Thema „Wasser" ausgeschrieben. Der Mitgliederbestand erreichte Ende Jahr 21 und der erste Kassabericht schlossbei Ausgaben von Fr. 60.-- mit einem Überschuss von Fr. 10.-- ab! Der KLEINFILMCLUB ZÜ-RICH erlebte schon nach 3 Jahren eine schwierige Phase, als von aussen der Wunsch laut wurde, den Club aufzulösen, um ihn in den bereits in Zürich bestehenden Club zu integrieren. Der „Anschluss" wurde einstimmig abgelehnt, und das Fortbestehen des Kleinfilmclubs war für die Zukunft gesichert. 1938 erfolgte die erste clubeigene Investition mit dem Kauf einer Grammophonanlage zur tonlichen Untermalung der Stummfilme. Bekanntlich war damals die Tonspur für Filmamateure noch unbekannt. Im Landesausstellungs-jahr 1939 wurde zweimal eine clubeigene Zeitschrift „Die Filmspule' herausgegeben. Leider verhinderte der Ausbruch des 2. Weltkrieges die Herausgabe weiterer Nummern. Auch die Anschaffung einer eigenen Clubleinwand musste deshalb zurückgestellt werden. Die Clubabende im Restaurant Seehof fanden wegen der Mobilmachung nur noch unregelmässig statt. Dennoch war man bestrebt, jedes Jahr einen Wettbewerb mit Barpreisen zwischen Fr. 50.-- und Fr. 100.-- zu veranstalten. Grosse Schwierigkeiten bereitete die Beschaffung von Filmmaterial, das aus dem Ausland eingeführt werden musste. Die Entwicklung der Filme erforderte damals noch viel Geduld, Wartefristen von 3 Wochen, wie aus den Archivberichten zu entnehmen ist, die Regel. Im Kriegsjahr 1944 feierte der KLEINFILMCLUB ZÜRICH mit der Herausgabe einer Festschrift sein 10-jähriges Bestehen. Schon damals filmten über die Hälfte der Mitglieder mit 8 mm Material. Auf den 1. Januar 1945 fällt der Beitritt zum Bund schweiz. Filmamateurclubs (BSFA). Das Ende des 2. Weltkrieges brachte sichtliches Aufatmen in den Reihen der Mitglieder. 1946 wurde das Clubinventar mit dem Kauf der langersehnten Clubleinwand erweitert. Am 7. März 1947 fand im Zunfthaus zur Waag eine ausserordentliche Generalversammlung statt. Einziges Traktandum: Änderung des Clubnamens. Auf Wunsch und Antrag des Präsidenten, Martin Möckli, be-schloss die Versammlung, den Namen KLEINFILMCLUB ZÜ-RICH durch den neuen Namen AMATEURFILMCLUB ZÜRICH zu ersetzen. Die noch dem Club angehörenden Gründermitglieder wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ein deutlicher Aufschwung war in diesem Jahr zu verzeichnen. Seit dem 27. April 1947 fanden die Clubabende regelmässig im Saal des Hotels Krone Unterstrass statt. 1949 wurde Heini Zwicky für seine vorbildliche Tätigkeit als Aktuar zum Ehrenmitglied ernannt. Ein Jahr später veranstaltete der inzwischen zum grössten Schmalfilmclub der Schweiz angewachsene AFZ eine öffentliche Freilichtveranstaltung im Belvoirpark, die sehr grossen Erfolg hatte. Dem Tontechniker fiel damals noch eine gewichtige Rolle zu: im Voraus musste mit dem Filmautor abgesprochen werden, welche Musik ab Plattenteller am passendsten sei. Hatte der Tontechniker eine gute Wahl getroffen, war ihm ein Sonderapplaus sicher. Vom Regiepult aus wartete der Tonmeister jeweils den richtigen Einsatz ab; 2 Grammophonanlagen mussten zur gleichen Zeit bedient werden können. Überhaupt stellte das Vorführen von Filmen in allen drei Formaten Probleme, da der Club über keine eigenen Vorführgeräte verfügte. Auch hierfür wurde jedes Jahr eigens eine Projektionskommission gewählt, die dafür zu sorgen hatte, dass die richtigen Geräte am Clubabend vorhanden waren. 1959 war wieder ein Jubiläumsjahr. Mit bereits über 200 Mitgliedern konnte der AFZ das 25-jährige Clubjubiläum feiern. Der Festanlass fand im Vereinshaus Kaufleuten statt. Eine Festschrift wurde als Erinnerung an das Jubiläum herausgegeben. Der für den Club gedrehte Film blieb leider verschollen. Aus den Protokollen geht auch manches kleine Nebenproblem hervor, das einen Club beschäftigen kann. So wurde einmal an einer Generalversammlung sehr lange und ausgiebig über das Rauchen während des Clubabends diskutiert, ohne dass aber ein Beschluss gefasst wurde. 1960 wurden erstmals die Löwen (Oscars) anstelle von Natural-gaben für die preisgekrönten Wettbewerbsfilme vergeben. Damit beschritt der AFZ einen neuen Weg vom materiellen zum ideellen Wert.

Auf Initiative des AFZ veranstaltete der Club zusammen mit der VZFA 1966 den schweizerischen Amateurfilmwettbewerb in Zürich, der ein sehr grosser Erfolg war. Leider wurde nachträglich die Zusammenarbeit mit dem BSFA getrübt, was schlussendlich 1969 zum Austritt unseres Clubs aus dem erwähnten Verband führte. Die Zusammenarbeit im Club selbst wurde dadurch intensiviert. Dies führte zur Gründung der Schweizerischen Interessengemeinschaft der Filmamateure (SIFA). (1969) Das 40. Gründungsjahr feierte man zusammen mit dem 5. SIFA-Festival im Kasino Zürichhorn im Seefeld. Der Eintritt für das Filmfestival war für Nichtmitglieder bei Fr. 4’40 festgelegt, zum abendlichen Festbankett und der Jubiläumsfeier war festliche Kleidung erwünscht. Es gab eine grosse Tombola mit dem Hauptpreis eines Bauers Tonfilmprojektors T40. Man hielt Rückblick auf einen technischen Fortschritt der dem Schmalfilmsektor viel Neues gebracht hatte. Und so startete man 1974 in ein neues Jahrzehnt. Seit 1969 führte man jeweils einmal im Jahr einen öffentlichen Filmabend durch, der zunächst im Kaufleuten, dann im Neumünstersaal des Kirchgemeindehauses und ab 1984 im Kino Studio 4 statt. Dass man die gezeigten Streifen als „preisgekrönte Farbtonfilme" anpries war die eine Seite, dass für das Publikum ein Eintrittspreis verlangt wurde, die andere der Medaille. Im Jahre 2014 schlicht unvorstellbar. Der Mitgliederbeitrag beträgt im Jahre 1974 Fr. 45.--. Die Filmvorführungen werden jeweils im Restaurant Hotel Krone Unterstrass durchgeführt. Ab 1979 zieht der AFZ ins Zürcher Seefeld, wo er ein neues Clublokal im Kirchgemeindehaus Neumünster bezieht. Dieses ist nicht nur gut gelegen, verfügt es doch über eine eigene Tiefgarage, sowie Anbindung an den öffentlichen Verkehrs (Tram Nr. 2 + 4). Hier trifft sich die AFZ-Prominenz in den nächsten 30 Jahren. Mit einem grossen Kinosaal für die Kurz- und Herbstfilmwettbewerbe, sowie SIFA- und Eurofilmfestival war man gewappnet. Der Saal war bis in die 90er Jahre jeweils voll belegt. Ebenso das Club-lokal wo an den jeweils 2 Clubabenden im Monat bis zu 100 Clubmitglieder anwesend waren. Mit Reto Stocker konnte der AFZ zu Beginn der 80er Jahre einen innovativen und jovialen Präsidenten gewinnen, der den Club sehr erfolgreich zu führen vermochte. Die zahlreichen Anlässe, die er einführte und präsentierte gaben dem Verein den nötigen Zusammenhalt und Kitt. Vom AFZ-Skitag über den Plauschabend zu AFZ-Ausflügen und Besuchen von ausländischen SIFA-Clubs gab es nichts, was Reto Stocker aus der Taufe hob und erfolgreich durchführte. So kam es dann, dass wieder 10 Jahre ins Land gingen und der AFZ seinen 50 Geburtstag feierte. Quasi das goldene Jubiläum. Präsident Stocker und sein Vorstand liessen sich etwas einfallen, dieses Jubiläum auch gebührend zu feiern. So gab es das ganze Jahr 1984 immer wieder Anlässe, die dem Jubiläum gedachten. Nebst Spezialmedaillen im Kurz-filmwettbewerb, gab es auch eine Sondermedaille für den Herbstwett-bewerb. Alle bisherigen 9 Präsiden-ten sind noch wohlauf und 7 davon konnten an der Geburtstagsfeier teilnehmen. Das grosse Fest im Herbst war ein riesen Erfolg und Clubmitglied Edi Paul kreierte eine Spezial-AFZ-Geburtstagstorte. Der 10köpfige Vorstand kann zusammen mit 300 Mitgliedern auf erfolgreiche Jahre zurück- und mit viel Optimismus in die Zukunft blicken. Der Filmer steigt ein in ein neues Jahrzehnt aber auch in eine neue Ära. Das Video ist auf dem Vormarsch und verdrängt zuerst einmal ganz langsam den Super8-Film. Mit VHS und Super-VHS, mit Video8 und Hi8 wächst eine Konkurrenz, die zuerst gar nicht beachtet wird. Zahlreiche Super8 Filmer können nicht ermessen, dass dereinst die hochgepriesene Super8-Filmkassette zu Grabe getragen wird. Und erst die 16mm Filmer; sie negieren das elektronische Medium vehement. 1997 beschliesst die GV des AFZ aus der SIFA aus- und dem BSFA (Bund Schweizerischer Filmamateure), neu swiss.movie, beizutreten. Im Jahre 2002 verwirft die Generalversammlung einen Vorschlag des Vorstandes, die beiden Zürcher Clubs, VZFA (Vereinigung Zürcher Film- und Videoamateure) und AFZ zusammen zu legen. Im selben Jahr tritt auch unser langjähriger Präsident, Herbert Oberlin, zurück. Während 12 Jahren war er praktisch unermüdlich an den Clubabenden präsent. Zusammen mit Robert Lutz ist er einer der Dienstältesten Präsidenten des Clubs. 2004 wurde ihm daher die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Seit dieser Zeit wird der Verein in corpore durch den Vorstand geführt. Nicht nur der Wandel der Systeme, sondern auch der Wandel der Gesellschaft lassen im neuen Jahr-tausend die Mitgliederzahlen schwinden. Die Mitglieder werden immer älter, treten aus Altersgründen oder infolge Todesfalles aus dem Verein aus. Eine junge Filmergeneration gibt es nicht, die angeworben und für unser Hobby interessiert werden kann. Die Jungen wollen sich nicht in einem Verein binden, sich nicht engagieren und auch keine Kameradschaft pflegen, die grosse Altersunterschiede kennt. So kommt es, dass die einst stolzen Mitgliederzahlen von 300 im Jahre 2004 zum 70. Geburtstag (1994 wur-de nicht gefeiert) auf unter 150 zusammenschrumpfen. Super 8-Filmer ist noch Peter Fasolin und mit 16mm befassen sich Reto Stocker und Herbert Oberlin.

Voller Elan startete der AFZ nach den Jubiläumsfeierlichkeiten 2005 ins neue Jahrzehnt. Die anfängliche Skepsis, den Verein ohne Präsidenten zu führen erwies sich als gegenstandslos. Für den scheidenden Edi Paul anerbot sich 2002 Serge Grava in den Vorstand sowie Ruth Vogel als Beisitzerin. Da Serge bereits ein Jahr später aus dem Vorstand ausschied, wurde Hans Finnern ins Boot geholt. Horst Finnern ersetzte Bruno Oppliger. Charly Schmid hatte schon 2002 die Redaktion der Clubnachrichten von Markus A. Suter übernommen, der an einer schweren Krankheit verstarb. Inzwischen hatte sich abgezeichnet, dass niemand bereit war, das Amt des Präsidenten zu übernehmen und so hatte es sich eingebürgert, dass der AFZ-Vor-stand den Verein recht erfolgreich „in corpore" führt. Das Fehlen eines Präsidenten ergab für Aussenstehende eine mangelnde Kontaktmöglichkeit mit dem Verein. Deshalb wurde die Geschäftsstelle geschaffen, der Ruth Vogel vorsteht und die allfällige Anfragen und Mitteilungen betreut. Unser Allrounder Walter Durrer bekleidet das Amt des Kassiers, war und ist aber immer noch initiativ in allen Bereichen die den AFZ betreffen. Insbesondere hat er sich ein umfangreiches Wissen angeeignet was den Umgang mit dem Casablanca betrifft. Unsere Mitglieder sind ihm deshalb für die technische Unterstützung sehr dankbar. Unterstützung und Hilfe bietet er auch bei der HD-Projektion im Clublokal. Die Vorführung betreut Hans Finnern zusammen mit Arthur Rüegg. Im Zeitalter des analogen Filmes bediente Peter Fasolin die 16mm und Super 8 Projektoren. Seit sich das Mini-DV-Band und die DVD etabliert haben, sind die analogen Vorführungen stetig zurückgegangen und in den letzten 10 Jahren praktisch ganz weggeblieben. Keine Medaillen ohne Arthur Rüegg, der diese für Kurzfilm- wie Herbstwettbewerb organisiert. Aber auch bei der Jurierung ob genannter Wettbewerbe ist er aktiv engagiert und betreut den Ablauf. In den 90er Jahren fanden die Jurierungen der Herbstwettbewerbe im Privatkino der Headfilm AG unseres Mitgliedes Markus Steiner statt. Ab ca. 2004 betreute jeweils im Oktober Charly Schmid Organisatoren und Juroren in seinen Räumlichkeiten. Als Mitte der 90er Jahre die Mitglieder den Inhalt der AFZ-Clubnachrichten bemängelten, wurde eine Kommission gebildet, denen die Mitglieder Markus Steiner, Marco Stern, Carlo Siebenaler und Charly Schmid angehörten. Daraus erfolgten Vorschläge, die der heutige Redaktor in die Redaktion einbrachte und mit unregelmässigen Beiträgen das Gesamtbild der Clubnachrichten auflockerte. Ziel war es nach der Übernahme der Redaktion im Jahre 2002, die Kosten erheblich zu senken. Dies gelang durch eine Halbierung des Formates von A4 auf A5 und eine Reduktion um eine Nummer auf 10 Ausgaben. So sind seit 12 Jahren die Ausgaben Mai/Juni und November/Dezember Doppelnummern. Bruno Oppliger liefert die Beiträge der Clubabende und ist auch für das gesamte Jahresprogramm zuständig. Dieses stellt er jeweils selbständig zusammen, präsentiert es an der Vorstandssitzung, wo es besprochen wird. Daneben fungiert er als Aktuar und ist für eine präzise Protokollführung der Vorstandssitzungen und der Generalversammlungen besorgt. Über Jahre sind Walti Durrer und Ruth Vogel für den traditionellen AFZ-Ausflug ver-antwortlich, der soweit man zurück denken vermag ein besonderer Höhepunkt im Clubleben ist. Infolge Renovationsarbeiten am Kirchgemeindehaus Neumünster im Zürcher Seefeld, mussten wir 2007 das Clublokal wechseln. Dank Mitglied Otto Furrer erhielten wir im UBS-Sport-zentrum Guggach ein Lokal, das unseren Verein um einiges aufwertete. Keine Kosten für das Clublokal, integriertes Restaurant, genügend Parkplätze (gratis) und relativ gut an den öffentlichen Verkehr angebunden. Sommer 2011 erfuhren wir aus der Zeitung, dass die UBS das Sportzentrum samt Grundstück als Spekulationsobjekt verkaufte. Der Rettungsanker entpuppte sich einmal mehr als Ruth Vogel und Walti Durrer. Dieser wurde in Form des neuen Clublokals, Restaurant „Metzgerhalle" in Zürich Oerlikon gerne angenommen. Ebenfalls kostenlos mit Restaurant, ist es optimal gelegen. Gute Verkehrsverbindung, einziger Nachteil: Keine Parkplätze. Clubabende, Kurzfilm- und Herbstwettbewerb sowie Schlussbankett mit Preisverleihung werden seit Januar 2012 an dieser Örtlichkeit abgehalten. Für Swiss.movie organsierte der AFZ gemeinsam mit seinem Zürcher Partnerclub VZFA das Filmfestival der Region 2 in Uitikon-Waldegg. Willi Grau (VZFA) und Marco Stern (AFZ) präsidierten die erfolgreiche Organisation. Walti Durrer führte die Kasse und konnte den Teilnehmern etwas Besonderes bieten und das Festival ohne Defizit durchführen. Einige AFZ-Mitglieder sind mit dem Verband unzufrieden und so stellte Reto Stocker an der GV14 den Antrag, dass der AFZ vollumfänglich wieder der SIFA beitrete. Ein Kompromiss wurde gefunden indem jedes Mitglied selbst entscheiden kann, welchem Verband es angehören will. 80 Jahre ist eine lange Zeit-spanne in der es einen kompletten Systemwechsel gab. Der AFZ hat dies alles dank seinen innovativen Mitgliedern unbeschadet überstanden. Er ist weiterhin aktuell und zukunftsorientiert. Wollen wir hoffen, dass es in naher Zukunft so bleiben wird und wir noch manche frohe Stunde im Kreise unserer Mitglieder und Kollegen verbringen dürfen.

 

 

 

 
 

 

[nach oben]